Zurück zur Hauptseite Neues über die VFW 614 Schreiben Sie uns! Der Freundeskreis der VFW 614 Alles über die VFW 614

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Jahresbericht 2003 des Freundeskreises VFW 614

Liebe VFW 614-Freunde,

das Jahr 2003 geht zu Ende und es war für die 614 ein gutes Jahr. Vieles hat sich bewegt. Genauer gesagt: die VFW 614 hat sich bewegt. Von Kopenhagen über Hamburg nach Wales. Von Lidköping über Cuxhaven nach Nordholz und von Kopenhagen nach Lemwerder. Gemeint sind die ex. Flugbereitschaftsmaschien der Luftwaffe. Die drei Flugzeuge des schwedischen Eigners Ruben Werjefelt wurden nach Deutschland zurückgekauf

Die G19 ( ex. Luftwaffe 17+03 ) wurde von der Lufthansa Technik AG, Technical Training gekauft. Sie wurde Anfang April von Kopenhagen nach Hamburg überführt und am 15. April nach England geflogen. Das war ihr letzter Flug. Lufthansa benutzt das Flugzeug am Boden als Trainingsobjekt zur Ausbildung von Wartungspersonal (bei englischer Tochtergesellschaft „Resource Technical Training“).

Die anderen beiden Flugzeuge konnten nicht mehr geflogen werden.

Die G14 (ex. Luftwaffe 17+01 ) wurde im Juli in Kopenhagen demontiert und nach Lemwerder zur Firma „Aircraft Services Lemwerder“ (ASL) transportiert. Sie soll dort von der Universität Oldenburg als Boden-Simulator für Umwelteinflüsse auf Flugzeuginsassen eingesetzt werden. Somit kommt dieses Flugzeug an seinen Geburtsort zurück. Sie wurde in Lemwerder gebaut und hat dort am 16.März 1977 ihren Erstflug gemacht.

Die G18 (ex. Luftwaffe 17+02 ), die nie in Schweden geflogen wurde, ist vom „Deutschen Luftschiff- und Marinefliegermuseum“ in Nordholz bei Cuxhaven gekauft worden. Sie wurde im August per Schiff von Lidköping, Schweden abtransportiert und steht seit Anfang September als Museumsflugzeug im Freigelände des Museums „Aeronauticum“. Mit einer Einweihung am 17. Dezember, dem Gedanktag „100 Jahre Motorflug“ wurde sie feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Sehr gefreut haben wir uns über die Anwesenheit von Herrn Ing. Ulrich Stampa, den „konstruktiven Vater der VFW 614“. Das Aeronauticum ist ein kleines aber feines, gepflegtes Museum. Die G18 hat dort eine schöne Heimstatt erhalten. Die Museumsleute sind glücklich über die 614-Errungenschaft und werden das Flugzeug als größtes Exponat als Liebhaberstück pflegen. Der VFW 614-Freundeskreis freut sich, diese Errungenschaft vermittelt zu haben und wünscht dem Aeronauticum viel Freude und viele Besucher für die VFW 614. Kommen Sie nach Nordholz!

Wir bedanken uns bei den Flugzeugbauern des ASL, Herrn Hellmerich und Herrn Hagestedt für die sachkundige Unterstützung bei der Demontage und Montage der Flugzeuge G14 und G18. Eine hervorragende Arbeit haben auch die Techniker des Aeronauticums und der Universität Oldenburg unter der Leitung von Prof. Dr. Gert Reich geleistet.

Schon am 14. Januar 2002 hat der DASA-Erprobungsträger, die VFW 614, Werk-Nr. G15 (D-ASAX, Erprobungsträger ATD ) am Flughafen Bremen seinen letzten und endgültigen Standort eingenommen. Auf der Terrasse wird das voll ausgerüstete Flugzeug neben der Bremenhalle, der Galerie der bremischen Luft- und Raumfahrt als Ausstellungsstück verbleiben. In Gesellschaft des Atlantikflugzeuges Junkers W 33 „Bremen“ , dem ERNO-„Spacelab“ und Focke-Wulf „Stieglitz“ hat diese VFW 614 ihren Ehrenplatz erhalten und wird mit ihrer Anwesenheit symbolisch die lange Reihe der berühmten bremischen Flugzeugprojekte abschließen. Die Maschine wird jetzt zur Besichtigung freigegeben. Das Cockpit mit digitaler Sidestick-Flugsteuerung ist sehenswert.

Die G17, das ATTAS-Flugzeug der DLR in Braunschweig, ist das letzte noch in Betrieb befindliche Flugzeug. Es wird noch auf lange Sicht mit dem einzigartigen Rolls-Royce Triebwerk M45H weiterfliegen.

Mit der G4 ( ex. Cimber Air, OY-TOR ) im Technik Museum Speyer haben wir die sechste, noch erhaltenen VFW 614.

Gerade die letzten Monate haben gezeigt, daß die 614 noch viele Anhänger und Freunde hat. Um so mehr begrüßen wir alle die Initiative der Autoren Wenz und Zistler, die ein Buch über die VFW 614 geschrieben haben. Es hat den Titel: "VFW 614 - Deutschlands erstes Kurzstrecken-Düsenverkehrsflugzeug".

Der Stedinger Verlag, Lemwerder hat große Erfahrung im Luftfahrtsektor. Mit dem Buch entstand eine Dokumentation, die dem Leser einen guten Überblick und viele Detailinformationen über dieses Flugzeugprogramm vermittelt. Mit dem Buch über die VFW 614 ist eine Lücke innerhalb der Dokumentationsreihe deutscher Luftfahrtprojekte geschlossen worden. Dieses Werk ist sowohl für Fachleute wie auch jeden Luftfahrtinteressierten eine willkommene Bereicherung seiner Fliegerbibliothek. Vielen Dank an die Herren Wenz und Zistler.

Wir wollen das Andenken der 614 bewahren. Das Buch kommt für uns zum richtigen Zeitpunkt. Als erstes westdeutsches Düsen-Verkehrsflugzeug hat dieses fortschrittliche Flugzeug es verdient, daß es niemals in Vergessenheit gerät.

Im April am Flughafen Bremen und im November am Flugplatz Diepholz haben wir mit Informations-Ständen über die VFW 614 auf Ausstellungen informiert. Die Fa. K-ROBOTIX, die Organisation „BremenFlug“, der Stedinger Verlag, der Flughafen Bremen, Fa. Airbus Bremen und das „Aeronauticum“ unterstützen uns bei der VFW 614- Promotion. Unsere 614-Kappe, die in 50 Exemplaren gefertigt wurde, war sehr begehrt. Die Bremer 614-Gruppe der ehemaligen Flugzeugbauer, Konstrukteure und Entwickler trifft sich regelmäßig alle 3 Monate in Bremen zu einem gemütlichen Stammtisch.

Liebe 614-Freunde, wir wünschen Ihnen eine frohe Weihnacht und alles Gute zum neuen Jahr 2004. Ein besonderer Gruß geht an unsere Freunde Bill Mellberg in USA, Graham Reddin in Australien, Ber Beentjes in Holland, Leif Nielsen in Dänemark und Jürgen Hammer in Frankreich. Viele Grüße auch an Dr. Rolf Stüssel und Udo Dräger.

Joachim Kruth
Philipp Jordan

Dezember 2003

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